Ärzte Zeitung online, 22.12.2010

Landarzt für Lette bleibt im Dorf der größte Weihnachtswunsch

MÜNSTER (dpa). Mit einem Gratis-Haarschnitt, Mittagstisch vom Metzger und anderen Willkommensgeschenken hat das Dorf Lette im Münsterland wochenlang um einen neuen Landarzt geworben (wir berichteten). Doch die Liebesmüh war vergeblich. "Es hat sich keiner gemeldet", sagte die Mitinitiatorin der Aktion, Katrin Plachky, am Mittwoch. Ab nächsten Monat würden die alten Praxisräume wohl anders genutzt.

Als wenig hilfreich erwies sich zuletzt ein Brandbrief an Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP). Die Bewohner des Dorfes sollten sich an die Kassenärztliche Vereinigung wenden, hieß es im Antwortschreiben aus Berlin. Diese hatte die Chancen allerdings schon vor Wochen eher nüchtern eingeschätzt. "Lette ist viel zu klein, um für einen jungen Arzt attraktiv zu sein", hieß es.

Seit sich ihr langjähriger Hausarzt im September in den Ruhestand verabschiedet hat, suchen die 2250 Bewohner des kleinen Dorfes bei Oelde im Kreis Warendorf einen Nachfolger. Der nächste Allgemeinmediziner praktiziert fünf Kilometer entfernt.

Noch geben sich die Letter nicht geschlagen. "Unsere Angebote stehen alle noch", sagt die Friseurin Maria Sowart. Sie würde einem neuen Arzt kostenlos das Haar stutzen. "Vielleicht meldet sich ja doch noch einer bis zum Jahresende", hofft die Frau. Auch der Metzger Nico Ringhoff sieht das so. "Man gibt doch die Hoffnung nicht auf." Dass sich ein neuer Landarzt in Lette niederlassen möge, bleibe sein größter Weihnachtswunsch.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »