Ärzte Zeitung online, 28.12.2010

Ärzte nehmen innerhalb der Freien Berufe die Pessimistenrolle ein

BERLIN (maw). Praxischefs und andere selbstständige Angehörige der Heilberufe schätzen die wirtschaftlichen Aussichten für nächstes Jahr schlechter ein, als sie dies noch vor Jahresfrist für 2010 taten. Das geht aus dem aktuellen Stimmungsbarometer des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) hervor.

Ärzte nehmen innerhalb der Freien Berufe die Pessimistenrolle ein

Miese Stimmung: Die freien Heilberufler benoten ihre Situation schlechter als Drei-bis-Vier.

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In Schulnoten gemessen bewerten die freien Heilberufler ihre Situation mit 3,61. Das ist zwar eine leichtere Besserung im Vergleich zum Wert von 3,83, der für diese Gruppe zur Jahresmitte ermittelt wurde (wir berichteten). Zum Jahreswechsel 2009/10 betrug der Wert allerdings 3,29. Über alle im BFB vertretenen Selbstständigen hinweg betrug der Wert 3,32 und verbesserte sich damit binnen Jahresfrist von damals 3,39 minimal.

BFB-Präsident Ulrich Oesingmann kommentiert das BFB-Stimmungsbarometer so: "Damit schätzen die rund eine Million Selbstständigen in den Freien Berufen ihre wirtschaftliche Lage zwar noch als befriedigend ein. Aber die zaghafte Dynamik hat weder angehalten, noch konnte der Trend bestätigt werden." Die verhaltene Stimmung sei auch darauf zurückzuführen, dass die Freien Berufe Planungssicherheit und Klarheit vermissten. "Es reicht eben nicht, Reformen anzukündigen, sie müssen auch umgesetzt werden. Zudem müssen getroffene Entscheidungen auch über den Tag hinaus Bestand haben. Auch die Freien Berufe brauchen sichere Eckwerte. Alles andere verzögert Investitionen, Einstellungen oder auch Expansionen", erläutert Oesigmann.

Innerhalb der vier getrennt voneinander zu betrachtenden Säulen sind die freien Heilberufler in der Pessimistenrolle. So habe sich die Bewertung in der Säule der freien rechts- und wirtschaftsberatenden Berufe weiter von 3,5 zum Jahreswechsel 2009/10 auf nunmehr 2,88 verbessert. In der Säule der freien technisch-naturwissenschaftlichen Berufe habe sich der Stimmungswert im Vergleich zur letzten Umfrage von 2,83 auf jetzt 3,1 wieder leicht verschlechtert. In der vierten Säule, bei den freien Kulturberufen sei der Wert konstant bei 2,4 geblieben.

Wie Oesigmann hervorhebt, sei der Ausblick auf das kommende Jahr durchaus positiv. Gefragt nach ihren Erwartungen für 2011 rechnen die Freien Berufe laut BFB mehrheitlich mit einem gleich bleibenden, teils sogar steigenden Umsatz- oder Geschäftsergebnis. Daran anknüpfend seien die Signale an die rund drei Millionen Mitarbeiter der Freien Berufe nach eigener Einschätzung eindeutig. Oesigmann: "In absehbarer Zeit wird es nicht zu größeren Beschäftigungseinbrüchen kommen. Die freiberuflichen Praxen, Kanzleien und Büros gehen mehrheitlich davon aus, die Zahl der Beschäftigten stabil halten oder auch wieder Einstellungen vornehmen zu können."

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