Ärzte Zeitung, 21.02.2011

AOK: Immer mehr Versicherte melden Behandlungsfehler

KÖLN (iss). Immer mehr Versicherte wenden sich mit dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler an die AOK Rheinland/Hamburg. Allein im vergangenen Jahr gingen 1089 Anträge bei der Kasse ein. Seit Einrichtung des Beratungsangebotes im Jahr 1998 waren es 10.000.

Nach Angaben der AOK Rheinland/Hamburg ist ein Drittel der Beschwerden tatsächlich berechtigt. Das stimmt mit den Erfahrungen der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein überein. Sie kam in den vergangenen Jahren bei den von ihr geprüften Vorwürfen nämlich auf eine Behandlungsfehlerquote von knapp 30 Prozent.

Jeder zweite der von der AOK festgestellten Behandlungsfehler führt zu einem Regress. Allein 2010 kam die Kasse auf eine Regresssumme von 1,8 Millionen Euro. Hinzu kommen Schmerzensgeld- und Schadenersatzzahlungen an die Patienten.

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Cornelia Prüfer-Storcks plädiert für eine bessere Fehlerkultur in der Medizin. "Bei Behandlungsfehlern darf in Krankenhäusern und Praxen nicht die Frage von Schuld und Sanktionen im Vordergrund stehen, sondern die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, sie künftig zu vermeiden und mit Geschädigten angemessen umzugehen."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »

Tuberkulose - tödlichste Infektionskrankheit

1,6 Millionen Menschen starben im vergangenen Jahr an Tuberkulose, berichtet die WHO. Damit bleibt TB die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. mehr »