Ärzte Zeitung, 24.02.2011

Nicht alle Versandapotheken liefern Spezialrezepturen

KÖLN (iss). Mit Testkäufen von Rezepturen hat die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) eine Schwachstelle bei Versandapotheken offengelegt. Nach Angaben der AKWL verweigert jeder fünfte Versender die Belieferung mit selbst hergestellten Salben.

Die Mitarbeiter der Kammer hatten in je 25 Präsenzapotheken und Versandapotheken eine Salbe zur Linderung von Hautbeschwerden bestellt.

Während das in den Offizinen kein Problem war, holten sich die vermeintlichen Kunden bei fünf Versandapotheken eine Abfuhr. Sie lieferten die Salbe nicht und gaben zum Teil noch nicht einmal eine Rückmeldung.

"Man kann sich leicht ausmalen, wie das Ergebnis ausgefallen wäre, wenn unsere Testkäufer nach einer besonders aufwendig herzustellenden Spezialrezeptur verlangt hätten", sagt AKWL-Geschäftsführer Dr. Andreas Walter.

Er sieht durch die Testkäufe die Taktik der "Rosinenpickerei" durch die Online-Apotheken bestätigt. Kostenträchtige und personalaufwendige Aufgaben überließen sie lieber den niedergelassenen Apothekern, kritisiert er.

Bei den Versendern war die Spannbreite beim Verkaufspreis der Rezeptur mit 16,70 Euro bis 29,17 Euro deutlich größer als bei den Präsenzapotheken. Sie nahmen zwischen 17,68 Euro und 21,28 Euro.

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