Ärzte Zeitung online, 25.07.2011

Vernetzung total - für Ärzte und Patienten

KÖLN (acg). Ärzte, Patienten und Pfleger auf einer Internet-Plattform zu vernetzen und damit die medizinische Versorgung zu verbessern -dafür sollen zwei innovative Projekte der Sofware-Firma com2health aus Weinheim sorgen.

Der "Virtuelle Onkologische Verbund Rheinland" ist ein Zusammenschluss der St.-Franziskus-Stiftung Münster mit ihren Hospitälern St. Josef in Krefeld-Uerdingen und St. Bernhard in Kamp-Lintford, der FH Dortmund und com2health. Er arbeitet an einer informationstechnologischen Basisinfrastruktur für onkologische Versorgungsprozesse. "Es geht darum, Ärzte, Patienten und Pflegende in der Krebstherapie stärker zu vernetzen und medizinische, pflegerische und psychosoziale Aspekte gleichermaßen in die Versorgung mit einzubeziehen", sagt Dr. Dominik Deimel, geschäftsführender Gesellschafter der com2health.

Der Verbund will Patienten künftig einen persönlichen Fallmanager zur Seite stellen, der den Betroffenen begleitet und Ansprechpartner für alle Fragen ist. Das kann in Krankenhäusern ein Pfleger oder ein Sozialarbeiter sein, in der Niedergelassenen-Praxis zum Beispiel eine Medizinische Fachangestellte. Nötig ist in jedem Fall eine zusätzliche Qualifikation für diese Tätigkeit.

Ein zweites Projekt "Westfälischer/Ostwestfälischer Telemedizinverbund" konzentriert sich auf Herz- und Diabetespatienten. Die Verbundpartner sind neben com2health das Institut für Angewandte Telemedizin am Herz und Diabeteszentrum NRW, die Mühlkreiskliniken, das Klinikum Herford, die FH Dortmund, die Firma Healthcare IT Solutions und verschiedene niedergelassene Ärzte. "Eine elektronische Fallakte soll den Akteuren neben dem medizinischen Austausch auch den Austausch über die Versorgungssteuerung ermöglichen", sagt Deimel.

Die beiden Forschungsvorhaben gehören zu den 25 Siegerprojekten, die die nordrhein-westfälische Landesregierung im Wettbewerb "luK &Gender Med.NRW" prämiert hat. Es wurden Projekte aus den Bereichen "Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen" und "geschlechtergerechtes Gesundheitswesen" mit 17 Millionen Euro Fördermitteln ausgestattet. "Mit der Teilnahme an diesen beiden Innovationsprojekten werden wir in den nächsten Jahren die Möglichkeit erhalten, unsere Softwarelösungen zum Versorgungsmanagement einer noch besseren technologischen Basis zu unterziehen", hofft Deimel.

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