Ärzte Zeitung online, 30.07.2011

Konkurrenzschutz inklusive: Ärztehaus setzt auf Service und modernes Ambiente

KÖLN (frk). Die Stadt Münster ist bald um ein Ärztehaus reicher. Die CM Immobilien-Entwicklung GmbH hat ein ehemaliges Versorgungsamt auf die Bedürfnisse von Ärzten umgebaut.

Eine markante Fassade mit grünen Lichtelementen, helle, freundliche Eingangsbereiche, ein Aufzug, in den auch eine Krankentrage passt, zahlreiche Parkplätze im Innenhof - das neue Ärztehaus "Median" in der Von-Steuben-Straße nahe des Hauptbahnhofs in Münster gelegen soll bieten, was herkömmliche Arztpraxen oft vermissen lassen.

"Viele Arztpraxen befinden sich in Immobilien, die den Anforderungen der Patienten und auch des Personals in puncto Modernität und Ausstattung nicht mehr gerecht werden", sagt Michael Lüke, Geschäftsführer der CM Immobilien-Entwicklung. Häufig befänden sich die Praxen im Obergeschoss und hätten keinen Aufzug. Es fehlten Parkplätze und barrierefreie, repräsentative Zugänge.

Im Oktober soll der Innenausbau fertig sein

Der rund 4600 Quadratmeter Nutzfläche umfassende Gebäudekomplex mit sechs Stockwerken ist kurz vor der Vollendung. Im Oktober soll der Innenausbau fertig sein.

Es entstehen Gemeinschaftspraxen, aber auch Behandlungsräume für einzelne Ärzte. "Bei der Raumaufteilung richten wir uns nach den Wünschen der künftigen Mieter", sagt Lüke.

Der hintere Gebäudeteil wird bereits von einer radiologischen und nuklearmedizinischen Großpraxis genutzt. Von den verbleibenden 3000 Quadratmetern ist die Hälfte an Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen vermietet.

Kein MVZ, sondern selbständige Arztpraxen

Trotz des Namenszusatz "Gesundheit im Zentrum" sei das Ärztehaus kein MVZ, betont Lüke. Die Arztpraxen seien selbstständig und lediglich Mieter im Zentrum.

"Die Mediziner sind deutlich freier als in einem MVZ. Sie können natürlich zusammenarbeiten, müssen das aber nicht", sagt er. Es gebe keine Verbindung wie einen gemeinsamen Wartebereich, nur eine gemeinsame Behinderten-Toilette.

Trotzdem verspricht sich Lüke Synergieeffekte für die Mediziner. Durch die Vielzahl der Ärzte seien täglich mehrere hundert Patienten vor Ort.

"Es gibt viel Laufkundschaft", sagt er. Einem Patienten, der etwa zum Augenarzt geht, fällt eventuell der Zahnarzt und der Orthopäde im Haus auf, bei dem er gleich einen Termin vereinbart. Vorteile würden sich insbesondere durch den Radiologen vor Ort ergeben.

Konkurrenzschutz gewährleistet

"Die Mediziner können Patienten kurz zur Untersuchung vorbei schicken und dann gleich weiterbehandeln", sagt Lüke. Die Gefahr, dass sich die Praxen die Patienten gegenseitig abwerben, sieht er nicht.

"Wir gewährleisten unseren Mietern Konkurrenzschutz", sagt Lüke. Wenn etwa ein Urologe Räumlichkeiten mietet, verspricht ihm CM, keinen weiteren Urologen im Haus aufzunehmen.

Der Luxus hat allerdings seinen Preis: Mit einem Quadratmeterpreis von durchschnittlich 12,50 Euro liegt das Haus am oberen Ende des münsteraner Mietpreisspektrums. Das könnte Ärzte abschrecken.

Die CM Immobilien-Entwicklung hat bereits vor drei Jahren ein erstes Ärztehaus in Münster errichtet und weitervermietet.

"Wir haben noch ein weiteres Gebäude für Mediziner in Prüfung, allerdings nicht in Münster", sagt Lüke.

Die Gesellschaft baut nicht nur Ärztehäuser, sondern auch Büro- und Wohnimmobilien und vermietet sie weiter. Neben Münster ist das Unternehmen auch in Köln und Düsseldorf tätig.

"Das Thema Gesundheitsimmobilien ist für uns sehr wichtig", sagt Lüke. Er beobachtet einen starken Trend in Richtung Ärztehäuser und Gemeinschaftspraxen. "Die Einzelpraxis ist ein aussterbendes Modell", glaubt er.

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