Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

Regeln für medizinische Websites aufgelegt

HANNOVER (cben). Das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e.V. hat "10 Regeln der Partnerschaft für soziale Netzwerke" entwickelt. "Die Regeln betreffen natürlich besonders medizinische Homepages", sagte Raimund Dehmlow, afgis-Vorsitzender und Leiter der Online-Redaktion der ÄK Niedersachsen.

Die zehn Regeln seien ein Exzerpt aller im Netz kurisierenden Regeln zum Umgang von Anbietern und Nutzern sozialer Online-Netzwerke miteinander und mit dem Angebot.

Die Regeln sollen Anbietern dazu verhelfen, ihr soziales Netzwerk entsprechend gültiger Standards einzurichten. Zudem signalisieren sie potentiellen Nutzern deutlich den hohen Stellenwert, den beispielsweise der Datenschutz bei der Gestaltung des Angebots hatte, hieß es.

"Natürlich müssen die Regeln auf die jeweiligen Einsatzbereiche herunter gebrochen werden", sagte Dehmlow der "Ärzte Zeitung". "Wer zum Beispiel als Arzt eine Homepage einrichten will, kann nicht gleichzeitig auf die Erreichbarkeit per E-Mail verzichten."

Auch um Querulanten, die es in jedem Online-Netzwerk gebe, in die Schranken weisen und ihre Einträge im Zweifel löschen zu können, sei ein Regelwerk für Anbieter und Nutzer außerordentlich nützlich.

Umgangsformen gegenseitig akzeptieren

"Aber der Anbieter muss dann auch dafür sorgen, dass die Nutzer von den Regeln erfahren, muss sie also auf die Homepage der Praxis oder etwa des Ärztenetzes setzen", so Dehmlow

Die Regeln unterstreichen, dass die gemeinsame Nutzung des Angebots auf einer partnerschaftlich ausgerichteten Übereinkunft basiert - diese setzt unter anderem voraus, dass alle Beteiligten bestimmte Umgangsformen akzeptieren.

afgis wolle mit Anbietern von Plattformen für soziale Netzwerke im Internet in Konsensgespräche eintreten, hieß es. Ziel sei eine gemeinsame Initiative, die Konventionen für soziale Netzwerke etabliert.

Der Verein plant außerdem, auf seiner Website ein Datenbankangebot einzurichten, das die Betreiber sozialer Netzwerke verzeichnet und in Form von Selbstauskünften offenlegt, wie das eigene Netzwerk strukturiert ist.

Die zehn Regeln:

1. Aktualität: Die einzelnen Beiträge im Angebot werden durch ein Datum der Erstellung und gegebenenfalls der Änderung dokumentiert.

2. Erreichbarkeit: Die Beteiligten sorgen für die gegenseitige Erreichbarkeit unter den angegebenen Kontaktdaten. Der Betreiber des Angebots stellt sicher, dass die Moderatoren zeitnah innerhalb einer angegebenen Frist auf Anfragen antworten.

3. Fehler- und Konfliktmanagement: Die Partner sind gewillt, eventuelle Fehler anzuerkennen, Konflikte zu vermeiden und zu deren zügiger Ausräumung beizutragen.

4. Offenheit: Das Angebot enthält ein Impressum und Kontaktinformationen. Die einzelnen Beiträge im Angebot sind durch Autorenangaben gekennzeichnet.

5. Rechtmäßigkeit: Die Regelungen des Telemediengesetzes (TMG), des Rundfunkstaatsvertrages (RStV), des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und die jeweiligen Landespressegesetze werden beachtet.

6. Respekt: Betreiber und Nutzer der Website respektieren einander und pflegen einen respektvollen Umgang.

7. Sachlichkeit: Anbieter und Nutzer begrüßen themenbezogene Inhalte und sachliche Kritik. Meinungen werden mit Fakten belegt, Quellen für Informationen genannt.

8. Spamschutz: Die Partner sorgen aktiv für die Vermeidung von Spam.

9. Werbung und Finanzierung: Werbung und redaktionelle Beiträge werden im Angebot deutlich voneinander getrennt. Der Betreiber des Angebots legt Sponsoren und Quellen der Finanzierung offen.

10. Zweckmäßigkeit: Der Zweck der Website ist eindeutig definiert, eine Zielgruppe benannt.

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