Ärzte Zeitung online, 23.11.2011

Ärzte stellen sich gerne den QM-Prüfern

60 Prozent der Ärzte in Großpraxen, MVZ und ambulant versorgenden Kliniken haben ihr Qualitätsmanagement bereits freiwillig zertifizieren lassen. Das zeigt eine aktuelle QM-Studie, an der auch der TÜV Süd beteiligt war.

NEU-ISENBURG (reh). Ärzte sind keine QM-Verweigerer. Ganz im Gegenteil: Wie eine aktuelle Studie belegt, stellt sich das Gros der Ärzte - zumindest in großen Praxen und medizinischen Einrichtungen - gerne auch den Fragen und strengen Blicken eines Prüfers.

Denn 60 Prozent der Ärzte in Großpraxen, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und ambulant versorgenden Kliniken haben ihr QM bereits zertifizieren lassen oder beschäftigen sich gar schon mit der Rezertifizierung.

95 Prozent haben Qualitätsmanagement bereits eingeführt

Und das, obwohl es für den ambulanten Bereich derzeit keine Zertifizierungspflicht gibt. Doch die Studie "Qualitätsmanagement in ärztlichen Großpraxen und medizinischen Einrichtungen 2011", die die TÜV Süd Management Service GmbH gemeinsam mit der Stiftung Gesundheit erstellt hat, zeigt noch etwas: 95 Prozent der befragten Ärzte haben bereits ein QM eingeführt, fünf Prozent befinden sich noch in der Phase der Etablierung.

"Das Ergebnis belegt eine weitgehende Akzeptanz für Qualitäts-Management und dass die meisten Praxen bereits ein System implementiert haben", sagt Carsten Diercks, Projektverantwortlicher bei der TÜV SÜD Management Service GmbH.

Allerdings haben von den 6000 per Zufallsstichprobe ausgewählten und angeschriebenen Ärzten nur 191 aussagefähige Antworten geliefert.

Trends zu erkennen

Trotzdem lassen sich aus der Studie einige Trends ablesen. So ist die ISO 9000 das am häufigsten umgesetzte QM-System in Großpraxen (37,9 Prozent), gefolgt von dem vorrangig für den stationären Bereich angelegten System KTQ (21,6 Prozent) und dem KBV-eigenen QM-Systeme QEP (13,2 Prozent).

Wohingegen QEP bei der QM-Studie 2010 der Stiftung Gesundheit für den gesamten niedergelassenen Bereich mit 25 Prozent auf Rang 1 der QM-Systeme in den Praxen lag, allerdings dicht gefolgt von der ISO 9000 (23 Prozent).

Das System muss für die eigene Praxis geeignet sein

Bei der Auswahl eines Systems war den Befragten laut der aktuellen Studie vor allem eines wichtig: Dass das jeweilige System für die eigene Praxis geeignet ist (32 Prozent).

Für fast ein Viertel war außerdem die Tatsache, inwieweit das System eine strukturelle Eignung für die Medizin aufweist, einer der wesentlichen Entscheidungsgründe für ein QM-System. Der Kostenfaktor folgte erst an vierter und letzter Stelle.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

„Das ist keine Propagandaschlacht der KBV“

Einiges im geplanten TSVG stößt Ärzten sauer auf. Im Interview erläutern die drei KBV-Vorstände, warum sie denken, dass sich Änderungen noch durchsetzen lassen. mehr »

Besseres Arbeitsklima könnte jeden zwölften Infarkt verhindern

Wer unter Mobbing oder Gewalt am Arbeitsplatz leidet, hat ein stark erhöhtes Risiko für Infarkte. Häufig betroffen: Sozialarbeiter, Lehrer – und Gesundheitsberufe. mehr »

TK senkt Zusatzbeitrag – Barmer nicht

Nach und nach geben die Kassen ihren Beitragssatz für 2019 bekannt – nun taten dies die Kassen-Schwergewichte TK und Barmer sowie zwei weitere AOKen. mehr »