Ärzte Zeitung, 29.11.2011

Kommentar

Nichts für Karteileichen

Von Christian Beneker

Nomen est omen. Das Ärztenetz "elan" in Winsen an der Luhe hat 48 Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen in einem Netz vereint und strebt so sorgfältig wie energisch nach möglichst einfachen Wegen, die Versorgung zu verbessern: Ein Heimarzt ersetzt mit seinen vielen kurzen Besuchen etliche Kollegen bei vielen Patienten.

Die Kollegen entwarfen einen Weiterbildungsverbund und klappern für ihn sogar im nahen Hamburg - mit Erfolg.

Die Hausärzte im Netz nutzen ein Diagnoseraster für ihre Rheuma-Patienten und haben damit eine feste Struktur, wann sie Kranke an den Spezialisten überweisen. Und die Organisatoren haben eine ganze Reihe weiterer Projekte in der Pipeline.

Abgesehen von einer deutlich verbesserten Versorgung zeigt elan auch: Die Spezialisten für die Versorgung sind die Versorger.

In Winsen an der Luhe demonstrieren die Kolleginnen und Kollegen, dass der Netzgedanke, sobald er konsequent und fantasievoll simpel gelebt wird, kein alter Hut ist, sondern im besten Sinne Medizin vor Ort.

Aber: Das Ganze funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Eine Netzorganisation wie elan ist nichts für Karteileichen. Es wird Zeit, dass die Kassen ihre Zurückhaltung aufgeben.

Lesen Sie dazu auch:
Ärztenetz "elan": "Einzelkampf war gestern - Netzwerk ist heute"

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