Ärzte Zeitung, 09.02.2012

Selektivverträge auch zum Abbau von Bürokratie

BERLIN (ger). Das Umfeld für neue Selektivverträge ist derzeit nicht sehr günstig. Die Zusatzbeiträge hingen wie ein Damoklesschwert über den Krankenkassen, sagte Karsten Menn, Geschäftsbereichsleiter Leistungen und Verträge der Barmer GEK, bei der 18. Netzkonferenz in Berlin, die vom Biopharmaunternehmen UCB ausgerichtet wurde. Dadurch seien manche Krankenkassen in eine gewisse "Froststarre" verfallen, so Menn.

Dennoch seien die Krankenkassen durchaus weiter aktiv bei den Selektivverträgen. Allein Barmer GEK habe seit 2010 40 neue Verträge abgeschlossen für derzeit 46 500 Versicherte, bei einem Gesamtumsatz aus den neuen Verträgen von 91 Millionen Euro, berichtete Menn auf der Konferenz.

Selektivverträge könnten auch für Vereinbarungen genutzt werden, bürokratische Prozesse zu entschlacken. "Das entlastet nicht nur die Ärzte bei der Arbeit, sondern auch uns", sagte Menn.

Bei Einführung der IV-Verträge habe die Kasse überwiegend auf Angebote von Arztgruppen und Kliniken reagiert. "Heute agieren wir eher", erläuterte der Kassenvertreter. So lege die Kasse Schwerpunkte bei Patienten, bei denen ein Versorgungsmanagement viele Einsparungen verspricht, etwa Diabetiker oder Herzkranke.

Mit modernen Methoden der Informationstechnik könnten Krankenkassen heute auch Versicherte erkennen, die in naher Zukunft hohe Kosten verursachen werden. Auch hier sei es für die Barmer GEK attraktiv, Ärztegruppen als Partner zu gewinnen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie können sie für eine Impfung gewonnen werden? mehr »

Mama leckt den Schnuller ab – kein Tabu

Botschaft einer neuen US-Studie: Das Ablutschen kann Vorteile fürs Immunsystem der Kinder haben. mehr »

Cannabis-Prohibition kostet Staat Milliarden

Über Pro und Contra der Cannabisfreigabe lässt sich lange streiten. Bei ökonomisch nüchternem Kalkül wäre die Sache jedenfalls von Vorteil. mehr »