Ärzte Zeitung, 06.05.2012

Kommentar

Kooperationsform mit Alternativen

Von Hauke Gerlof

Zwei halbe Arztsitze genügen: Die Klarstellung des Bundessozialgerichts zu den Bedingungen für einen fachübergreifenden Charakter von MVZ setzt in der Konsequenz die Hürden auch für deren Gründung niedriger.

Damit wird diese Versorgungsstruktur für Vertragsärzte unternehmerisch ein Stück attraktiver, was durch einige weitere Flexibilisierungen aus dem Versorgungsstrukturgesetz noch verstärkt wird.

Ob diese rechtliche Neubewertung allerdings die Vertragsärzte dazu bringen wird, das MVZ als Niederlassungsform wiederzuentdecken, bleibt fraglich.

Als MVZ gesetzlich eingeführt wurden, gab es für Vertragsärzte, die größere Kooperationen in verbindlichen Unternehmensstrukturen gründen wollten, kaum Alternativen.

Das hat sich mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz geändert: Die Anstellung von Ärzten etwa ist erleichtert worden, große Praxisstrukturen sind über Zweigpraxen oder überörtliche Gemeinschaften ebenfalls erreichbar.

Die Folge: In den vergangenen Jahren stagnierte die Zahl der Vertragsärzte, die in MVZ tätig sind. Sie ging zuletzt sogar leicht zurück.

Ob das BSG-Urteil an diesem Trend etwas ändern wird, ist eher fraglich. Immerhin: Für Ärzte, die Kooperationen im Kleinen starten wollen, gibt es nun eine weitere Option.

Lesen Sie dazu auch:
MVZ auch mit halben Arztstellen zulässig

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »

Eine Milliarde Euro mehr für Ärzte? KBV ist "enttäuscht"

Die Vertragsärzte in Deutschland bekommen im nächsten Jahr knapp eine Milliarde Euro mehr an Honorar. Das ist das Ergebnis der Honorarverhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband. mehr »