Ärzte Zeitung, 04.09.2012

Über 50 Interessenten

"stadtlandpraxis" mit ersten Erfolgen

WINSEN (cben). Das Projekt "stadtlandpraxis" im Landkreis Harburg südlich von Hamburg zeigt offenbar erste Erfolge.

"Mit unserer Initiative haben wir inzwischen über 50 Interessenten erreichen können. Es handelt sich hierbei um 23 Studenten, zehn Ärzte in Weiterbildung und zwölf Fachärzte für Allgemeinmedizin sowie sieben Fachärzte für Inneres", sagt Rainer Kaminski, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Soziales beim Landkreis Harburg.

"Zwischenzeitlich haben sich zwei als angestellte Ärzte im Landkreis Harburg niedergelassen, und es sind zwei Weiterbildungsassistenten in den Krankenhäusern tätig", so Kaminski. Ein weiterer habe sich bereits für die Niederlassung entschieden und drei andere zeigten Interesse.

Seit rund einem Jahr arbeitet der Landkreis und eine Gruppe von Hausärzten mit der Initiative "stadtlandpraxis" an der Sicherung der hausärztlichen Versorgung im Landkreis Harburg. So wenden sich die Initiatoren mit Plakaten, Mails und Flyern an Mediziner, die in Hamburg leben wollen und auf dem Land arbeiten wollen.

Außerdem haben sie sich einen guten Kontakt zum Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) aufgebaut.

15 Hausärzte fehlen

Tatsächlich steuert der Landkreis auf einen Hausärztemangel zu. "Zurzeit brauchen wir 15 Hausärzte, um einen Versorgungsgrad von 100 Prozent zu erreichen", sagt Kaminski der "Ärzte Zeitung", "insgesamt könnten sich derzeit 30 niederlassen."

Allerdings sind die Hausärzte im Landkreis nicht mehr die Jüngsten. Je nachdem, wann die Ärzte in den Ruhestand gehen, fehlen dem Kreis in zwölf Jahren zwischen 45 und 77 Hausärzten. Im Kreis Harburg leben rund 245.000 Menschen.

"Im Laufe eines Jahres haben wir drei Hausärztinnen und -ärzte zur Niederlassung in unserem Landkreis motivieren können", erläutert Kaminski. Im gleichen Zeitraum hat die KV Niedersachsen insgesamt 15 Hausärzte ins Land holen können.

www.stadtlandpraxis.de

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