Ärzte Zeitung online, 30.12.2014

Facharzttermine

Millionen Facharztüberweisungen in NRW

NRW-Gesundheitsministerium gibt Auskunft über die Zahl geleisteter Überweisungen zum Facharzt. Zur umstrittenen, längeren Wartezeit für Kassenpatienten kann es indes nichts sagen.

KÖLN. In Nordrhein-Westfalen werden pro Quartal rund vier Millionen Überweisungen zum Facharzt ausgestellt. Das geht aus der Antwort des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Landtagsabgeordneten Susanne Schneider hervor.

Danach haben die Vertragsärzte in Nordrhein vom 3. Quartal 2013 bis zum 2. Quartal 2014 insgesamt 7,4 Millionen Überweisungen ausgestellt, in Westfalen-Lippe waren es 8,1 Millionen.

Darüber, wie lange Patienten im Durchschnitt auf einen Facharzt-Termin warten müssen, liegen dem Ministerium keine Erkenntnisse vor.

Schneider wollte von der rot-grünen Landesregierung wissen, wie sie die von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe geplante Einführung von Terminservicestellen bewertet.

"Die Landesregierung sieht insbesondere die aus vielen Eingaben und Umfragen erkennbare Benachteiligung von GKV-Versicherten gegenüber Privatpatienten bei der Terminvergabe und den damit verbundenen Wartezeiten sehr kritisch", heißt es in der Antwort.

Das Ziel der Bundesregierung die Wartezeiten durch ergänzende Regelungen zu verkürzen, werde deshalb grundsätzlich begrüßt. "Allein die Ankündigung entsprechender Regelungen hat bereits zu einigen regionalen Vereinbarungen zur Verkürzung der Wartezeit geführt."

Ob gesonderte Terminservicestellen und die Vermittlung von Terminen bei Klinikärzten wirklich zielführend sind, ist aus Sicht der Landesregierung allerdings noch fraglich.

Im weiteren Gesetzgebungsprozess müsse noch geklärt werden, welchen Nutzen die Instrumente für Patienten haben. "Insbesondere sind die Kassenärztlichen Vereinigungen gefordert, gemeinsam mit den Krankenkassen alternative Lösungen für die unstreitig bestehende Wartezeitenproblematik zu entwickeln." (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Eine immunschwächende Aktivität der Herpesviren könnte Alzheimer befeuern, so eine Studie. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »