Ärzte Zeitung online, 15.03.2017

Insolvenzen

2016 Anstieg der Verfahren im Gesundheitswesen

Insgesamt waren die Insolvenzverfahren 2016 gegenüber Vorjahr um 6,9 Prozent rückläufig. Nicht so im Gesundheitswesen: Hier stieg die Anzahl um 2,3 Prozent.

Von Matthias Wallenfels

2016 Anstieg der Verfahren im Gesundheitswesen

Entgegen die Trend ist im Gesundheistwesen die Zahl der Insolvenzverfahren gestiegen.

© DOC RABE Media / Fotolia

WIESBADEN. Mit 271 Insolvenzverfahren verzeichnete das Gesundheitswesen im vergangenen Jahr einen Anstieg gegenüber 2015 um 2,3 Prozent. Insgesamt sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2016 gegenüber Vorjahr um 6,9 Prozent auf 21.518 – der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte. Zuletzt hatte es im Krisenjahr 2009 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen gegeben – plus 11,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2008.

Zahnärzte traf es am häufigsten

Wie aus der Destatis-Übersicht für 2016 hervorgeht, wurden im Gesundheitswesen im vergangenen Jahr insgesamt 243 Insolvenzverfahren eröffnet, 28 wurden mangels Masse abgewiesen – darunter im Falle von jeweils einer Haus-, Fach- und Zahnarztpraxis. Mangels Masse abgewiesen werden Insolvenzverfahren, wenn das Vermögen des Schuldners voraussichtlich nicht ausreicht, um die Verfahrenskosten zu begleichen und dem Schuldner die Stundung der Verfahrenskosten nicht bewilligt wird.

Unter den 243 eröffneten Insolvenzverfahren richteten sich unter anderem 15 gegen Krankenhäuser, 16 gegen Haus-, 31 gegen Fach- sowie 54 gegen Zahnarztpraxen. Nicht explizit ausgewiesen ist die Verteilung auf die restlichen 127 eröffneten Insolvenzverfahren, die nach Destatis-Definition unter anderem Praxen von psychologischen Psychotherapeuten, Heilpraktikern, aber auch Ergo- und Physiotherapeuten betreffen können. 3007 Mitarbeiter waren insgesamt im Gesundheitswesen 2016 von den Insolvenzverfahren betroffen.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für das Jahr 2016 laut Destatis auf rund 27,4 Milliarden Euro – 2015 hatten sie bei rund 17,3 Milliarden Euro gelegen. Dieser deutliche Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen sei darauf zurückzuführen, dass die Gerichte im Jahr 2016 mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen registrierten als 2015.

Forderungen: Löwnanteil für Kliniken

Im gesamten Gesundheitswesen waren 2016 im Zuge der Insolvenzverfahren voraussichtliche Forderungen in Höhe von 259,4 Millionen Euro aufgelaufen. Der Löwenanteil entfiel hier mit 134,8 Millionen Euro auf die Krankenhäuser. Bei den Facharztpraxen belief sich der Wert auf 51,7 Millionen Euro, bei Zahnarztpraxen auf 29,4 Millionen Euro und bei Hausarztpraxen auf 12,8 Millionen Euro.

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