Ärzte Zeitung online, 21.01.2018

Zukunftsmarkt Gesundheit

Sparen an der falschen Stelle

Kommentar von Hauke Gerlof

Um ein Streichholz zu entzünden, muss ein wenig Reibungsenergie zugefügt werden, dann brennt es von allein. So ähnlich könnte es auch die Selbstverwaltung schaffen, Ärzte dazu zu bewegen, online zu kommunizieren. – Ein bisschen mehr Fördergeld investieren als bisher, dann geht es ganz von allein.

Dass es sich so verhalten könnte, darauf deutet die aktuelle Studie "Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2017" der Stiftung Gesundheit hin. Demnach würde die Mehrheit sowohl der Klinikärzte als auch der niedergelassenen Ärzte ihre Korrespondenz über Patienten am liebsten online erledigten – entweder per E-Mail oder über ein IT-System, am besten integriert in die Praxis-EDV. Doch sie tun es überwiegend nicht. Dabei gibt es durchaus solche IT-Systeme.

Der Grund für diese Diskrepanz ist ganz einfach: Online-Arztbriefe aus der Klinik an Praxen werden nicht gefördert. Und E-Arztbriefe von niedergelassenen Ärzten werden immer noch schlechter honoriert als Faxe. Warum also eingefahrene Wege verlassen, zumal sie zunächst mit Investitionskosten in die eigene EDV verbunden sind? Es könnte so einfach sein, die Online-Kommunikation voranzubringen, aber die Selbstverwaltung will lieber sparen, als das Streichholz mit einer kurzen, aber intensiven Förderung zum Brennen zu bringen.

Lesen Sie dazu auch:
Kommunikation: Analog ist immer noch die Realität in Praxen

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