Ärzte Zeitung, 24.03.2014

Kommentar zur Klinikqualität

Notfalls am Pranger

Von Helmut Laschet

Die Schaffung von mehr Qualitätstransparenz in deutschen Krankenhäusern ist ein anspruchsvolles Ziel, das sich die große Koalition gesetzt hat. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat das am vergangenen Donnerstag mit einem beachtlichen Beschluss aufgegriffen: Kliniken, die nicht oder unvollständig ab dem Berichtsjahr 2013 Qualitätsberichte abliefern, kommen auf eine "schwarze Liste". Diese wird auch publiziert.

Keine Frage: Das wird eine Pranger-Wirkung haben und wahrscheinlich schärfer und wirksamer sein als die finanzielle Sanktion im Wiederholungsfall.

"Dies ist das Ende der konsequenzenlosen Qualitätssicherung", sagte Wulf-Dietrich Leber vom GKV-Spitzenverband. Er könnte Recht haben - unter der Voraussetzung, dass die Qualitätsberichte von einweisenden Ärzten als Entscheidungsgrundlage genutzt werden.

Darüber ist freilich kaum etwas bekannt. Während in den vergangenen 20 Jahren große Anstrengungen unternommen worden sind, eine rationale Pharmakotherapie zu etablieren, sind die Grundlagen für Entscheidungen von Ärzten, in welche Kliniken sie ihre Patienten einweisen, alles andere als evidenzbasiert.

Das wird sich langsam, aber sicher ändern - und im besten Fall ein neuer Wettbewerbsparameter sein.

Lesen Sie dazu auch:
Qualitätsberichte: GBA droht Kliniken mit schwarzer Liste

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Unterwegs mit dem ADAC-Ambulanzjet

Wer auf Auslandsreisen krank wird, der ist froh, wenn schnelle Hilfe naht. Besonders zügig geht das mit einem Ambulanzjet - etwa vom ADAC. mehr »

Ein Besuch auf der Messe "Medicare Taiwan"

Taiwans Medizintechnikunternehmen gelten als Powerhouse - und sie suchen den Schulterschluss mit internationalen Partnern. Die "Medicare Taiwan" ist DER Branchentreff – ein Fachmessebesuch in Taipeh. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen.. mehr »