Ärzte Zeitung online, 04.10.2017

Arthroskopie

Neues Register gestartet

Ärzte sollen ein Feedback für die Ergebnisse der von ihnen durchgeführten Op im Vergleich zum Gesamtpool teilnehmender Kollegen erhalten.

BERLIN/NEUSS. Trotz der Vorteile mikrochirurgischer arthroskopischer Eingriffe verbannt der Gemeinsame Bundesausschuss immer mehr dieser Op aus dem GKV-Leistungskatalog. Dieser Tendenz wollen die Betreiber des neu etablierten Deutschsprachigen Arthroskopieregisters (DART) entgegenwirken. Es soll bisher fehlende klinische Studien an großen Patientenpopulationen kompensieren, die das Ergebnis dieser Op unter Alltagsbedingungen messen.

Im DART werden nach Unternehmensangaben ab sofort alle validen Daten der Patienten, vor und nach einer arthroskopischen Op erfasst und zentral wissenschaftlich ausgewertet. Mit dabei seien Eingriffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das zentrale Datenregister soll Ärzten, Praxen und Kliniken kostenfrei zur langfristigen Sicherstellung ihrer Qualität zur Verfügung stehen.

Auf der Online-Plattform von DART, die Ende Oktober beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin vorgestellt wird, sollen die teilnehmenden Ärzte Angaben zur Erkrankung / Verletzung, dem intraartikulären Befund und der durchgeführten Op machen. Der operierte Patient erhalte ebenfalls einen Online-Zugang und werde gebeten, zu regelmäßigen Zeitpunkten – bis zu zehn Jahre nach dem Eingriff – Angaben zum subjektiven Gelenkbefund, Komplikationen, Arbeitsausfall und der subjektiven Zufriedenheit zu machen.

Die Arzt- und anonymisierten Patientendaten werden laut DART statistisch ausgewertet. Über eine Reportfunktion erhalte der Operateur ein Feedback für die Ergebnisse der von ihm durchgeführten Op im Vergleich zum Gesamtpool teilnehmender Ärzte. In Deutschland fänden jährlich über 400.000 Arthroskopie-Op statt. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »