Ärzte Zeitung online, 07.11.2017
 

Tumordiagnostik

Mehr Spielraum für ambulante Abklärung

BERLIN. Die Positronen-Emissions-Tomografie in Verbindung mit einer Computertomografie (PET/CT) bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren ist in jetzt nach Angaben der KBV in die entsprechende Qualitätssicherungsvereinbarung aufgenommen worden. Sie sei rückwirkend zum 1. Oktober in Kraft getreten.

Bereits seit Juni dürfen niedergelassene Nuklearmediziner und Radiologen, die bestimmte Anforderungen erfüllen, das moderne Diagnoseverfahren zum Aufspüren befallener Halslymphknoten anwenden. Die Abrechnung erfolgt über die vorhandenen Gebührenordnungspositionen im Abschnitt 34.7 des EBM.

In die Qualitätssicherungsvereinbarung aufgenommen worden seien zum einen Untersuchungen zur Entscheidung über eine sogenannte neck dissection bei Patienten mit fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumoren oder mit unbekannten Primärtumorsyndromen des Kopf-Hals-Bereichs.

Zum anderen seien sei die Untersuchung bei Patienten möglich, bei denen ein Primärtumor noch nicht gefunden werden konnte, aber aufgrund einer Metastase im Kopf-Hals-Bereich ebenfalls eine Entscheidung zur Entfernung der Halslymphknoten ansteht (CUP-Syndrom).

Übergangsregelung in Gange

Die Diagnostik könne auch in der Nachsorge von Patienten mit einem Kehlkopf-Karzinom eingesetzt werden, wenn der Verdacht auf ein Rezidiv bestehe. Dann sei es möglich, die Entscheidung zur Durchführung einer laryngoskopischen Biopsie vom Ergebnis einer PET/CT abhängig zu machen.

Für niedergelassene Ärzte, die bereits eine Genehmigung für PET- beziehungsweise PET/CT-Leistungen haben, gilt laut KBV eine Übergangsregelung. Sie erhalten demnach eine Genehmigung auch für die beiden neuen Indikationen, wenn sie diese innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten der Vereinbarung, also bis Ende März 2018, bei ihrer KV beantragen. Dafür müssten sie nachweisen, dass sie die Anforderungen an das interdisziplinäre Team auch für diese Indikationen erfüllen.

Das interdisziplinäre Team, in dem die Indikationsstellung sowie die Befund- und Nachbesprechungen stattfinden, werde bei den beiden neuen Indikationen um einen HNO- oder einen MKG-Facharzt ergänzt, so die KBV. (maw)

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