Ärzte Zeitung, 12.06.2008

Prozess gegen Internistin unterbrochen

HANNOVER (cben). Im Totschlags-Prozess gegen die Internistin Mechthild Bach in Hannover hat der Sachverständige Rafael Dudziak die Wirksamkeit von Valium, das als Infusionslösung verabreicht wird, in Zweifel gezogen. Das Gericht hat den Prozess unterbrochen, um den Umstand überprüfen zu lassen.

Mechthild Bach wird vorgeworfen, acht schwer kranke Patienten in der Langenhagener Paracelsus Klinik unter anderem mit Valium getötet zu haben. Weil Bach ihren Patienten das Valium - anders als vom Hersteller empfohlen - in Infusionslösungen verabreicht habe, habe nur ein Achtel des Wirkstoffs die Patienten erreicht, erklärte Dudziak. Zudem hätte sich die Wirkung von Valium durch den Gebrauch billiger Plastikschläuche, wie im Fall Bach geschehen, abgeschwächt. Das Gericht hat den Prozess nach den Ausführungen Dudziaks unterbrochen. Nun soll in der Medizinischen Hochschule Hannover die Gabe von Valium als Infusionslösung und durch Plastikschläuche untersucht werden. Der Prozess soll am 23. Juni fortgesetzt werden.

Topics
Schlagworte
Recht (12169)
Personen
Mechthild Bach (41)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »