Ärzte Zeitung online, 15.08.2008

Im Internet hilft Datensparsamkeit gegen Datenmissbrauch

MÖNCHENGLADBACH (eb/dpa). Im Internet bloß nicht zu viel von der eigenen Person preisgeben - dazu raten Datenschützer nach dem jüngst bekannt gewordenen Datenklau. Unterdessen hat sich der Dieb der Polizei gestellt.

Die Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach bestätigte am Freitag Angaben der "Bild"-Zeitung, wonach sich ein Mann aus Hannover bei der Polizei gemeldet habe.

Der "Bild" zufolge hat der Mann als Leiter eines Call-Centers Daten von der Süddeutschen Klassenlotterie gesammelt und für fünfstellige Summen weiterverkauft. Diese Details wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Peter Aldenhoff, noch nicht untermauern: "Wir kennen seine Aussage noch nicht. Wir wissen nicht, was da drinsteht."

Der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein war eine CD mit Daten von 17 000 Menschen zugespielt worden, die auch deren Kontoverbindungen enthielt. Bei allen soll es sich um Kunden der Süddeutschen Klassenlotterie handeln. In der Call-Center-Branche sollen die Datensätze dazu missbraucht worden sein, Vertragsabschlüsse vorzutäuschen und den Opfern Geld abzubuchen. In Viersen und Lübeck durchsuchten Ermittler bereits zwei Call-Center.

Angesichts des Skandals weisen Experten darauf hin, dass nur eine gewisse Datensparsamkeit gegen Datenmissbrauch helfen kann. Immer wieder müssen Internetnutzer, zum Beispiel beim Online-Kauf, Angaben zur eigenen Person machen. Dabei würden meist auch Daten abgefragt, die für das Geschäft oder die Internetnutzung ohne jeden Belang seien, so Wolfgang Horst, Mitarbeiter beim Landesbeauftragten für Datenschutz in Niedersachsen. "Die Angabe der Telefonnummer ist normalerweise nicht erforderlich", sagt Holst. Das gelte auch für den Familienstand, die Hobbys oder das Einkommen.

Zu den Pflichtangaben auf den Formularen zählte besonders häufig die Email-Adresse - obwohl sie für die Abwicklung einer Online-Bestellung gar nicht benötigt werde. "Wenn die Ware per Post kommt, braucht der Händler eigentlich keine Email-Adresse von mir", so Holst. Vorsichtigen Bürgern rät er davon ab, im Internet an Gewinnspielen oder Preisausschreiben teilzunehmen: "Da geht es ums Adressen-Sammeln."

Bei unaufgeforderten Werbeanrufen gelte: nicht auf Fragen eingehen. "Das bedeutet, dass Sie zum einen keine persönlichen Daten preisgeben solten, die der Anrufer wissen will. Zum anderen bestätigen Sie möglichst keine Daten, und sei es nur Ihren Namen, der dem Call-Center-Mitarbeiter offenbar bereits bekannt ist", sagt Holst.

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Praxis-EDV (3883)
[18.08.2008, 13:17:43]
Thomas Wolflehner 
Das Kind nicht mit dem eBad ausleeren
Dieser Fall von Datenmissbrauch ist schlimm! Ein Call Center ist aber per se kein eCommerce Anbieter. Worauf sich die Experten-Tipps berufen, bleibt in diesem traurigen Anlassfall ein Rätsel. Denn seriöse eCommerce Händler können auf zertifizierte und sichere Übermittlungswege für Kundendaten verweisen - und tun dies in der Regel auch! Wozu eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse gebraucht wird, ist spätestens dann jeder Kundin und jedem Kunden klar, wenn es etwa Verzögerungen beim Bestellvorgang gibt. Solche und andere Anlässe der Benachrichtigung zeugen nicht erst seit eCommerce von einem kundenfreundlichen Auftreten von Unternehmen, die dank Informatiostechnologien wie E-Mail, SMS & Co einfachere, billigere und eben so sichere Wege gefunden haben. zum Beitrag »

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