Ärzte Zeitung online, 22.10.2008

Betrunken Beatmungsgerät abgestellt - Altenpflegerin räumt Vorwurf ein

ULM (dpa). Eine Altenpflegerin steht vor dem Landgericht in Ulm, weil sie das Beatmungsgerät eines Patienten abgestellt haben soll, so dass dieser starb. Zum Prozessauftakt am Mittwoch gestand die 48-Jährige. Sie sei zur Tatzeit stark betrunken gewesen, hieß es in einer von ihrem Anwalt verlesenen Erklärung.

"Ich fühlte mich zur Zeit der Tat überfordert, habe vor Beginn der Schicht Alkohol konsumiert und musste mich mehrmals übergeben."

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau genervt war, weil das Beatmungsgerät des 69-jährigen Schwerkranken ständig lautstark eine Fehlfunktion anzeigte. Die Anklage lautet auf Totschlag. Im Falle einer Verurteilung droht der Altenpflegerin eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

Der Prozess ist von der Ulmer Schwurgerichtskammer auf fünf Verhandlungstage angesetzt. Neben anderen sollen ein Medizintechniker, ein Rechtsmediziner sowie ein Anästhesist als Zeugen gehört werden. Der Prozess wird an diesem Freitag fortgesetzt.

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