Ärzte Zeitung online, 27.10.2008

Krebs-Op gegen Spende? Staatsanwaltschaft klagt Chefarzt an

ESSEN (dpa). Im Skandal um die angebliche Erpressung von Krebspatienten am Essener Universitätsklinikum hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Transplantationsmediziner Professor Christoph Broelsch erhoben.

Einzelheiten wollte die Behörde nicht bekanntgeben, da die Anklageschrift noch nicht zugestellt sei, hieß es in einer schriftlichen Mitteilung. Nach bisherigen Angaben soll der vom Dienst suspendierte, prominente Arzt, der auch den früheren Bundespräsidenten Johannes Rau zu seinen Patienten zählte, jahrelang zuvor abgewiesene Kassenpatienten gegen Spenden von mindestens 5000 Euro behandelt haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Betrugs, Erpressung von Patienten, Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung ermittelt (wie berichtet). Broelsch hatte die Vorwürfe zuletzt bestritten. Unter seiner Leitung sei kein Eingriff von Spenden abhängig gemacht worden. Er habe lediglich aus "humanitären Gründen" angeboten, auf sein Chefarzthonorar zu verzichten, wenn Patienten zugunsten des Klinik- Forschungskontos spendeten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welcher Grippeimpfstoff ist für Senioren am besten?

Für ältere Menschen gelten spezielle Impf-Anforderungen, so die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. Sie hat daher Tipps für Hausärzte zusammengestellt. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigten sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Trivalente Impfstoffe jetzt wegwerfen?

Nach der Empfehlung der STIKO zum Einsatz von tetravalenten Impfstoffen stellt sich die Frage: Was soll jetzt mit noch vorhandenen, trivalenten Impfstoffen geschehen? mehr »