Ärzte Zeitung, 28.11.2008
 

Versandapotheke darf nicht mit Gütesiegel werben

DARMSTADT (pei). Das Landgericht Darmstadt hat einer Apotheke untersagt, mit dem Gütesiegel des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken zu werben. Die Wettbewerbszentrale hatte das Siegel als irreführend beanstandet und eine Unterlassungsklage erhoben.

Nach Auffassung der Bad Homburger Wettbewerbshüter wird mit dem Gütesiegel suggeriert, dass die damit ausgestattete Apotheke einen höheren Qualitätsstandard einhalte als andere deutsche Versandapotheken.

Kernstück des Siegels sei aber nur eine Selbstverpflichtungserklärung des Apothekers, bestimmte Standards einzuhalten, die ohnehin gesetzlich vorgeschrieben seien. Das betreffe beispielsweise telefonische Beratung durch Fachpersonal an Wochentagen während der üblichen Öffnungszeiten der Apotheken.

Die Wettbewerbszentrale kritisierte außerdem, dass der Verband selbst das Gütesiegel an die Apotheken vergibt. Verbraucher erwarteten jedoch, dass die Einhaltung der Bedingungen durch eine neutrale Instanz geprüft werde.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Landgericht Darmstadt, Urteil vom 24. November 2008, Az.: 22 O 100/08

Topics
Schlagworte
Recht (12275)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Keine Herzgeräusche im Stehen – kein Herzfehler

Mit einer simplen Methode können Ärzte pathologische von physiologischen Herzgeräuschen bei Kindern unterscheiden. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

15 Jahre nach der hochemotionalen Debatte um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen fürchten Forscher durch das Stammzellgesetz Nachteile in Deutschland. mehr »

Art der Heilung zählt fürs Honorar

Bei der Abrechnung der postoperativen Wundversorgung haben Hausärzte im EBM mehr Möglichkeiten als häufig angenommen. mehr »