Ärzte Zeitung online, 05.12.2008

Frau schläft mit Zwillingsbruder ihres Mannes - Gatte zahlt für Kind

HAMM (dpa). Zwillinge haben es oft nicht leicht: Im konkreten Fall war eine Ehefrau aus Nordrhein-Westfalen mit dem Zwillingsbruder ihres Mannes fremdgegangen. Weil das Erbgut der beiden Männer gleich ist und DNA-Tests keinen Aufschluss geben können, muss der Ehemann aus dem Raum Soest jetzt die Vaterschaft für das möglicherweise aus einem Seitensprung entstandene Kind übernehmen.

Das entschied das Oberlandesgericht in Hamm in zweiter Instanz (9 UF 132/05). Ein Sprecher bestätigte entsprechende Medienberichte vom Freitag.

Es gebe keine Möglichkeit, einen Nachweis zu führen, dass das Kind nicht von ihm stammt, urteilte das Oberlandesgericht. Medizinische Gutachten kamen zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind vom Zwillingsbruder stammt, bei exakt 50 Prozent liegt.

Die Ehefrau des Klägers hatte zugegeben, in der Empfängniszeit 1998 sowohl mit ihrem Mann als auch mit dessen Zwillingsbruder Sex gehabt zu haben - häufiger aber mit dem Bruder. Diese Tatsache reichte dem Gericht nicht aus. Es sei allein aus der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs nicht mit hinreichender Sicherheit zu schließen, dass der Zwillingsbruder der Vater des inzwischen zehn Jahre alten Kindes ist. Damit müsse der Ehemann die Vaterschaft übernehmen, weil er zur fraglichen Zeit mit der Kindsmutter verheiratet war.

Topics
Schlagworte
Recht (12134)
Panorama (30881)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »