Ärzte Zeitung online, 17.12.2008

Oberstes US-Gericht lässt Klagen gegen "Light"-Zigaretten zu

WASHINGTON (dpa). Der Oberste US-Gerichtshof hat grünes Licht für Klagen gegen "Light"-Zigaretten gegeben. Das Gericht entschied, dass Verbraucher in einzelnen Bundesstaaten gegen Hersteller von "Light"-Zigaretten wegen des Verdachts irreführender Werbung klagen können. Wie die Zeitung "Washington Post" berichtete, könnten nach dem Urteil "Schadensersatzklagen in Milliardenhöhe" auf die Zigarettenhersteller zukommen.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs fiel mit fünf zu vier Richterstimmen denkbar knapp aus. Das Urteil bezog sich den Angaben zufolge auf eine Klage im Bundesstaat Maine. Dort hatten die Kläger angeführt, durch die Werbung mit angeblich "leichten" Zigaretten werde ein falsches Bild über die Gefahren des Rauchens vermittelt. Dagegen hätten die Hersteller ins Feld geführt, bei der Werbung für Tabakprodukte handele es sich um eine Bundesangelegenheit, die nicht in einzelnen Bundesstaaten verhandelt werden könne.

Wie die "Washington Post" am Dienstag berichtete, stehen derzeit neben der Klage in Maine weitere 40 Klagen dieser Art in rund 20 Bundesstaaten an. Nach Einschätzung von Experten könnten größere Schadensersatzklagen als bisher auf die Zigarettenindustrie zukommen. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder spektakuläre Prozesse gegen Zigarettenhersteller, die mehrfach mit Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe endeten.

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