Ärzte Zeitung online, 27.01.2009

Vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit - Mitarbeiter muss Detektivkosten tragen

MAINZ (dpa). Ein Mitarbeiter, der mithilfe eines Detektivs beim Blaumachen erwischt wird, muss die Kosten für den Privatermittler tragen. Das hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz entschieden.

Nach Meinung des Gerichts hat der Arbeitnehmer seine vertraglichen Pflichten verletzt. Er müsse dem Arbeitgeber daher jeden Schaden ersetzen, der mit dieser Pflichtverletzung zusammenhängt.

Das Gericht verurteilte einen Brief- und Zeitungszusteller, die Detektivkosten von rund 2500 Euro zu übernehmen. Der Mitarbeiter hatte sich krankgemeldet, woraufhin der Arbeitgeber dessen Frau als Vertreterin beschäftigte. Mithilfe eines Detektivs kam allerdings heraus, dass der Mann seiner Frau bei der Arbeit behilflich war.

Daher befanden die Mainzer Richter, dass der Angestellte die Überwachungskosten "schuldhaft veranlasst" habe. Denn entweder habe er seine Arbeitsunfähigkeit nur vorgetäuscht oder seine Genesung verzögert und gefährdet.

Az.: 7 Sa 197/08

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