Ärzte Zeitung online, 11.02.2009

Schüler starb nach 45 Gläsern Tequila - Prozessauftakt gegen Wirt

BERLIN (dpa). Zwei Jahre nach einem tödlichen Wetttrinken in einer Kneipe in Berlin-Charlottenburg beginnt am heutigen Mittwoch der Prozess gegen einen 28-jährigen Wirt. Der Mann muss sich vor dem Berliner Landgericht verantworten, weil er Ende Februar 2007 einem Gymnasiasten mindestens 45 Glas hochprozentigen Tequila ausgeschenkt haben soll, während er selbst nur Wasser trank.

Der 16-Jährige fiel mit 4,4 Promille ins Koma, aus dem er nicht mehr erwachte. Rund vier Wochen später starb Lucas an der Alkoholvergiftung. Die Anklage wirft dem Kneipenwirt Körperverletzung mit Todesfolge vor.

Der Fall hatte bundesweit Entsetzen sowie eine Debatte über den alarmierenden Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen ausgelöst. Der Gaststättenbetreiber soll von 2005 bis 2007 in 173 Fällen gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen und Alkohol an Kinder und Jugendliche verkauft haben.

Das Wetttrinken habe nicht länger als eine Stunde gedauert, heißt es in der Anklage. Die Gaststätte wurde inzwischen geschlossen. Für Körperverletzung mit Todesfolge können Strafen zwischen 3 und 15 Jahren verhängt werden.

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