Ärzte Zeitung online, 20.05.2009

Geschenke an Kollegen können Kündigung rechtfertigen

FRANKFURT/MAIN (dpa). Geschenke an Kollegen aus dem Bestand eines Unternehmens können die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers rechtfertigen. Dies geht aus einem Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts in Frankfurt hervor. Die Richter wiesen in der am Dienstag bekannt gewordenen Entscheidung die Klage einer Flugbegleiterin gegen ein Luftfahrtunternehmen zurück.

Die Stewardess wollte sich bei einer Kollegin mit zwei Flaschen Wein für deren Hilfe während eines voll besetzten Fluges erkenntlich zeigen. Das Unternehmen vertrat jedoch die Auffassung, die Mitarbeiterin habe sich am Firmenvermögen vergriffen, und kündigte ihr fristlos. Vor Gericht vertrat die Stewardess die Ansicht, kleinere Geschenke aus dem Bordverkauf seien auch in anderen Fällen geduldet worden.

Nach Auffassung des Gerichts hätte die Mitarbeiterin unbedingt die Erlaubnis eines Vorgesetzten einholen müssen. Zudem habe es sich bei den Hilfsleistungen der Kollegin um ganz geringe Tätigkeiten gehandelt. Die Frau, die zufällig auf einem Heimflug an Bord war, habe beispielsweise in einem Fall gedolmetscht. Das Weinpräsent sei daher überzogen gewesen.

AZ 17 Sa 1507/08

Topics
Schlagworte
Recht (12135)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Rätselhafter Demenz-Rückgang

Eine US-Studie deutet erneut auf eine fallende Demenz-Inzidenz, und zwar besonders in Geburtsjahrgängen ab 1925. Wisssenschaftliche Erklärungen für die Beobachtung fallen schwer. mehr »

Viele Gesundheitspolitiker verteidigen ihr Mandat

Die Großwetterlage hat sich verändert. Doch viele Fachpolitiker schaffen den Wiedereinzug ins Parlament. mehr »

Das Trauma nach der Loveparade

Das tödliche Gedränge bei der Loveparade im Sommer 2010 in Duisburg: Im ARD-Film "Das Leben danach" geht es um die Auswirkungen auf die traumatisierten Überlebenden. mehr »