Ärzte Zeitung online, 24.06.2009

Autofahrer haftet trotz Vorfahrt mit

SAARBRÜCKEN(dpa). Ein Autofahrer haftet trotz Vorfahrt bei einem Unfall grundsätzlich mit. Das geht aus einem Urteil des Saarländischen Oberlandesgerichts (OLG) Saarbrücken hervor, über das die Fachzeitschrift "OLG-Report" berichtet. Dies gelte jedenfalls, wenn sich der Autofahrer nicht ständig vergewissert hat, dass ihm das nahende Fahrzeug tatsächlich die Vorfahrt gewährt.

Das Gericht gab der Schadenersatzklage eines Autofahrers nur zu 80 Prozent statt. Der Kläger wollte die volle Haftung seines Unfallgegners erreichen, der die Vorfahrt nicht beachtet hatte. Er argumentierte, der von links kommende Autofahrer sei langsam gefahren, so dass er gar nicht mit dessen Weiterfahrt habe rechnen müssen. Ihn treffe daher an dem Unfall kein Mitverschulden.

Das OLG räumte zwar ein, dass der Kläger keinen Anlass hatte, mit einer Nichtbeachtung der Vorfahrt zu rechnen. Allerdings hätte er den nahenden Wagen trotzdem im Auge behalten müssen und sich nicht darauf verlassen dürfen, dass dieser schon anhalten werde.

Az.: 4 U 402/08- 124

www.solg.saarland.de

Topics
Schlagworte
Recht (12128)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »