Ärzte Zeitung online, 10.07.2009

Baby erstickt - Bewährungsstrafe für junge Mutter

WÜRZBURG (dpa). Weil sie ihr neugeborenes Baby in einem Handtuch erstickt hat, ist eine junge Mutter aus dem Spessart am Freitag zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Würzburg sprach die 22-Jährige der fahrlässigen Tötung schuldig. Der Junge erstickte im August vergangenen Jahres.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Vor knapp einem Jahr hatte die junge Frau heimlich und ohne fremde Hilfe in ihrem Badezimmer einen Sohn entbunden. Danach hatte sie das Kind in ein Badehandtuch eingewickelt, dabei allerdings auch Nase und Mund verdeckt. Der Junge konnte sich nicht selbst befreien und erstickte. Die Kammer ist überzeugt: "Die Angeklagte hatte nicht die Absicht, ihr Kind zu töten." Dennoch habe sie fahrlässig gehandelt, "wenn man die Atemwege eines wehrlosen Säuglings zudeckt".

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