Ärzte Zeitung online, 23.07.2009

RTL streitet für heimliche Aufnahmen in Arztpraxen

DÜSSELDORF/KÖLN (dpa). Der Fernsehsender RTL wehrt sich gegen ein Ausstrahlungsverbot von heimlich in Arztpraxen gefilmten Szenen. Das Düsseldorfer Landgericht hatte dem Sender per einstweiliger Verfügung untersagt, die mit versteckter Kamera aufgenommenen Bilder erneut auszustrahlen.

"Wir haben Widerspruch eingelegt", teilte eine Sprecherin des Senders am Mittwoch in Köln mit. In dem Verbot sehe RTL "eine Beschneidung der Pressefreiheit". Ein Arzt, der für das Magazin "RTL-Extra" mit versteckter Kamera gefilmt worden war, hatte die Verfügung erwirkt.

Die Aufnahmen sollten dokumentieren, wie leicht Patienten an stark abhängig machende Medikamente kommen. Laut RTL hatten zahlreiche Ärzte die Arzneien ohne vorherige Untersuchung verschrieben.

Nach Meinung des Senders waren der Arzt und seine Praxis auf den Bildern ausreichend verfremdet worden. Das Landgericht Düsseldorf hatte die Eilentscheidung ohne schriftliche Begründung gefällt. Mit einer Verhandlung des Falls sei in wenigen Wochen zu rechnen, sagte eine Gerichtssprecherin.

Az.: 12 O 273/09

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