Ärzte Zeitung online, 30.07.2009

Arzt klärte nicht genug über Operationsrisiken auf: Buße

MAINZ(dpa). Weil er einen Patienten vor einer Fettabsaugung nicht ausreichend über die Risiken aufklärte, ist einem Mediziner aus der Pfalz eine Geldbuße von 10 000 Euro auferlegt worden. Das Verwaltungsgericht Mainz stellte in seiner am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung zudem fest, dass der Arzt gegen die Pflicht verstoßen hatte, die medizinischen Maßnahmen im erforderlichen Maß zu dokumentieren.

Wegen dieser Verstöße erteilte das Gericht, das als Berufsgericht für Heilberufe fungiert, dem Mediziner auch einen Verweis. Der Arzt hatte dem Mann ambulant Fett am Bauch abgesaugt.

Davor hatte er ihm die Operationseinwilligung, in der verschiedene Komplikationsmöglichkeiten genannt wurden, zur Unterschrift vorgelegt. Über mögliche Durchblutungsstörungen der Haut oder ein Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen) hatte der Mediziner den Patienten jedoch nicht aufgeklärt. Nach der Operation verfärbte sich die Bauchdecke des Patienten teilweise dunkel. Er musste einen Monat lang stationär behandelt und viermal operiert werden, wobei die abgestorbenen Teile der Bauchwand entfernt wurden.

Die Richter kamen zu dem Schluss, dass der Mediziner seine Berufspflichten verletzt habe. Vor rein kosmetischen Operationen müsse der Arzt den Patienten besonders umfassend und sorgfältig aufklären sowie das Für und Wider mit allen Konsequenzen und Risiken "hinreichend drastisch und schonungslos darstellen". Der Patient müsse in die Lage versetzt werden, genau abwägen zu können, ob er einen Misserfolg oder eine bleibende gesundheitliche Beeinträchtigung in Kauf nehmen wolle. Diese intensive Aufklärung habe der Arzt nicht vorgenommen, da er nach eigenen Angaben nicht über mögliche Komplikationen wie Hautnekrosen gesprochen hatte.

Az.: BG-H 1/09.MZ

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