Ärzte Zeitung online, 05.08.2009

Dreieinhalb Jahre Haft für falschen Arzt

NÜRNBERG/ERLANGEN (dpa). Er hatte nicht mal Abitur, mit gefälschten Zeugnissen und Zertifikaten brachte er es jedoch bis zum Gefäßchirurgen, bevor der Schwindel aufflog: Wegen vielfachen Betrugs, Urkundenfälschung und dem Missbrauch von Titeln ist am Dienstag ein 30 Jahre alter Bankkaufmann vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Das Gericht ging damit noch über das Strafmaß des Amtsgerichts Erlangen hinaus. Das hatte den gelernten Bankkaufmann Ende vergangenen Jahres zu drei Jahren verurteilt. Sowohl Verteidiger als auch die Staatsanwaltschaft hatten damals gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt.

Das Landgericht begründete die Strafverschärfung mit der Skrupellosigkeit des Angeklagten. So hatte er sich vom Jahr 2006 an mit einer gefälschten Approbationsurkunde als Notarzt ausgegeben; ein Rettungsflugdienst setzte ihn bei 17 Rückholaktionen ein.

Am Ende schreckte der gelernte Banker sogar vor einer Bewerbung als Assistenzarzt in der Chirurgischen Klinik in Erlangen nicht zurück. Im Vertrauen auf die Echtheit der vorgelegten Qualifikationsnachweise wurde er auch tatsächlich als Assistenzarzt angestellt und dort knapp ein Jahr lang beschäftigt. Noch 2008 gaukelte er Kommunalpolitikern in der thüringischen Stadt Sonneberg vor, dort eine Privatklinik eröffnen zu wollen.

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