Ärzte Zeitung online, 25.08.2009

Wildfleisch-Skandal: Unternehmer fordert Schadenersatz

PASSAU (dpa). Dreieinhalb Jahre nach dem Wildfleisch-Skandal um das Passauer Unternehmen Berger-Wild verlangt Unternehmer Karl Berger Schadenersatz. Der Unternehmer habe beim Landgericht München eine Klage über zunächst eine halbe Million Euro eingereicht, berichtet die Münchner Tageszeitung "tz" (Dienstag) unter Berufung auf Bergers Anwalt Horst Koller.

Der Fleischhändler werfe dem früheren bayerischen Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) vor, Berger-Wild im Januar 2006 mit haltlosen Gammelfleisch-Behauptungen in den Ruin getrieben zu haben. "Wir haben die Klage gut vorbereitet", sagte der Anwalt der Zeitung. Die Forderung könne sich nach Berechnung aller Verluste auf mehrere Millionen Euro ausweiten.

Berger war im November 2006 vom Landgericht Landshut wegen der Manipulation von Lebensmitteln zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht sah gewerbsmäßigen Betrug sowie Lebensmittelverstöße in mehreren Fällen als erwiesen an. Schon seinerzeit hatte Bergers Anwalt Hartmut Finger eine Zivilklage gegen Schnappauf angekündigt und die Schadenersatzforderungen auf zehn Millionen Euro beziffert. Schnappauf habe mit seinen nicht belegten Ekel- und Gammelfleischvorwürfen den Betrieb Bergers kaputt gemacht, argumentierte der Rechtsanwalt seinerzeit. Dem "tz"-Bericht zufolge arbeitet Berger derzeit in Österreich - als Wildfleisch-Händler.

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