Ärzte Zeitung online, 25.08.2009

Frankfurter Apotheker muss sich wegen Drogenhandels und Betrugs verantworten

FRANKFURT AM MAIN (eb). Wegen des Verdachts, einen illegalen Handel mit dem Schlafmittel Rohypnol® (Flunitrazepam) zu betreiben, hat die Staatsanwaltschaft und die Polizei am Montag in Frankfurt eine Apotheke und die Wohnung des 50 Jahre alten Inhabers durchsucht. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) in ihrer Dienstagsausgabe.

Frankfurter Apotheker muss sich wegen Drogenhandels und Betrugs verantworten

Foto: James Steidl ©www.fotolia.de

Der Apotheker und acht weitere Beschuldigte werden verdächtigt, einen illegalen Handel mit Rohypnol® aufgezogen zu haben. Die Abnehmer beschafften Rezepte, die der Apotheker bei Krankenkassen abrechnete. Nun muss er sich wegen Drogenhandels und Betrugs verantworten. Das Amtsgericht Frankfurt verhängte laut Zeitungsbericht gegen den Apotheker ein vorläufiges Berufsverbot.

Nach Auskunft der Behördensprecherin, der Leitenden Oberstaatsanwältin Hildegard Becker-Toussaint, steht der Apotheker im Verdacht, einer der maßgeblichen Lieferanten von Rohypnol® für die Frankfurter Drogenszene zu sein. Das seit mehr als 30 Jahren als Medikament zugelassene hochwirksame Schlafmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine wird von Süchtigen als Ersatzstoff für illegale Drogen verwendet.

Nach dem Stand der bisherigen Ermittlungen, soll der beschuldigte Apotheker laut "FAZ" seit 2005 einen "schwunghaften Handel" mit dem rezeptpflichtigen Mittel betrieben haben. Die Sprecherin berichtete dem Zeitungsbericht zufolge von einem besonderen und möglicherweise auch besonders strafwürdigen Abrechnungssystem, das sich der Beschuldigte und seine Komplizen ausgedacht hätten. Danach wurde das Schlafmittel nicht gegen Bargeld, sondern gegen Rezepte in erheblich höherem Wert abgegeben.

Den Strafverfolgungsbehörden liegen Erkenntnisse vor, wonach der Apotheker sich für 1000 Tabletten Rezepte im Wert von 3000 Euro hat geben lassen. Das ist der vierfache Verkaufspreis von Rohypnol®. Die Rezepte soll der Beschuldigte mit den Krankenkassen verrechnet haben, denen dadurch nach Angaben von Becker-Toussaint ein Schaden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro entstand.

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