Ärzte Zeitung online, 27.08.2009

Wahrsagerin kassierte kranke Frauen ab

BONN (dpa). Eine angebliche Wahrsagerin hat zwei kranken Bonner Frauen die Heilung versprochen und ihnen am Ende über 170 000 Euro aus der Tasche gezogen. Das Bonner Amtsgericht verurteilte die 25- jährige Kölnerin am Donnerstag wegen gewerbsmäßigen schweren Betruges in 18 Fällen zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung.

Die Angeklagte hatte die 42 und 52 Jahre alten Frauen, eine von ihnen ist unheilbar krank, unabhängig voneinander in Fußgängerzonen in Bonn angesprochen und gesagt, sie heilen zu können.

Sie suggerierte ihnen, sie seien von einem bösen Fluch befallen. Es gebe Männer, die sie vernichten wollten. Mit einem hohen Geldbetrag - den sie später wieder zurückbekommen sollten - könnte der Fluch aufgelöst werden. Die Opfer lösten ihr Erspartes auf. Die Jüngere nahm einen Kredit über 50 000 Euro auf. Die misstrauische Schwester eines der Opfer zeigte die Wahrsagerin an.

Im Prozess gestand die einschlägig vorbestrafte Angeklagte die Vorwürfe. Keine Angaben machte sie über den Verbleib des Geldes. Das Gericht wollte nicht ausschließen, dass die Mutter von drei Kindern es an "Hintermänner" abgeben musste.

Weil sie den beiden Opfern jeweils 10 000 Euro zurückzahlen will, wurde die Strafe "ein letztes Mal" zur Bewährung ausgesetzt. Als Auflage: 150 Sozialstunden.

Topics
Schlagworte
Recht (12765)
Panorama (32846)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »