Ärzte Zeitung online, 31.08.2009

BGH bestätigt Schuldspruch gegen Krebsheilerbande

KARLSRUHE (mwo). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Schuldsprüche im Kasseler Galavit-Prozess bestätigt. Die Höhe der Strafen gegen die "Krebsheilerbande" muss das Kasseler Landgericht allerdings neu festsetzen, heißt es in dem am Montag in Karlsruhe bekannt gegebenen Beschluss.

Damit sind ein Arzt sowie vier weitere Angeklagte rechtsmäßig wegen bandenmäßigen Betrugs verurteilt. Sie hatten 2000 und 2001 in gemieteten Räumen des Klinikums Carbolineum in Bad Karlshafen an Krebspatienten Spritzkuren mit dem in Deutschland nicht zugelassenen Mittel Galavit durchgeführt. Das vermeintliche Wundermittel hatte das Quintett für 322 Euro aus Russland bezogen. Die meist verzweifelten Patienten im Endstadium ihrer Erkrankung mussten für die 15 Ampullen umgerechnet 8590 Euro bezahlen. Dabei wurde wahrheitswidrig behauptet, das Mittel sei nicht billiger zu bekommen, die Wirksamkeit aber durch russische Studien belegt.

Das Landgericht Kassel hatte die Angeklagten wegen Bandenbetrugs in 132 Fällen zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, darunter den Arzt zu fünf Jahren und acht Monaten sowie den Drahtzieher zu sieben Jahren und drei Monaten. Der BGH bestätigte nun jeweils den Schuldspruch, das Strafmaß habe das Landgericht aber nicht fehlerfrei begründet.

Beschluss des Bundesgerichtshofs Az.: 2 StR 91/09

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