Ärzte Zeitung online, 03.09.2009

Conterganopfer: Boykottaufruf besteht weiter

STOLBERG/KÖLN (dpa). Im Streit mit der Unternehmerfamilie Wirtz um Entschädigungen in Milliardenhöhe lassen Conterganopfer nicht locker. Der Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer betonte am Donnerstag, der Boykottaufruf gegen Produkte der Familiengruppe habe weiterhin Bestand. Dazu gehören der Contergan-Hersteller Grünenthal und die Dalli-Gruppe, die Waschmittel und Kosmetika herstellt.

Die Dalli-Gruppe will erst gegen den Boykottaufruf klagen, wenn ein neuer Aufruf Arbeitsplätze gefährde, sagte Geschäftsführer Ulrich Grieshaber der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Das Schlafmittel Contergan® der Firma Grünenthal hatte Ende der 50er Jahre einen der größten Arzneimittelskandale in der deutschen Geschichte ausgelöst. Weltweit kamen rund 10 000 Kinder mit schweren körperlichen Missbildungen zur Welt, vor allem an Armen und Beinen. In Deutschland waren 5000 Kinder betroffen.

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