Ärzte Zeitung, 08.09.2009

Hepatitis-C-Infektion verursacht? Klage auf Schadenersatz

GOSLAR (pid). Ein Arzt aus dem Landkreis Goslar, der im Verdacht steht, 17 Patienten mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert zu haben, ist von einer Patientin verklagt worden. Die 35-Jährige fordere 10 000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld wegen "sorgfaltswidriger Behandlung" von dem Mediziner, sagte ein Sprecher des Landgerichts Braunschweig. Dort ist das Zivilverfahren anhängig. Ein erster Verhandlungstermin habe bereits stattgefunden.

Gegen den Mediziner läuft auch ein Strafverfahren. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt seit September 2008 gegen den Mediziner wegen des Verdachts der bedingt vorsätzlichen Körperverletzung. Der Landkreis Goslar hatte damals rund 2000 Patienten der Arztpraxis im Oberharz angeschrieben und zu Bluttests aufgerufen, nachdem auffällig viele Hepatitis-Fälle aufgetreten waren. Alle Betroffenen waren bei demselben Arzt in Behandlung gewesen. Laboruntersuchungen ergaben, dass die Proben von 17 Hepatitis-Infizierten den gleichen Virusstamm aufwiesen. Noch ist unklar, wann das Verfahren abgeschlossen sein wird.

Lesen Sie dazu auch:
Verdacht gegen Goslarer Arzt erhärtet sich weiter
Verunreinigte Spritzen? 1800 Patienten zum Hepatitis- und HIV-Test aufgerufen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Ein querschnittsgelähmter Mann kann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

OTC-Gebrauch verfälscht Laborwerte

Die meisten Patienten nehmen gelegentlich freiverkäufliche Arzneimittel ein. Nur wenige legen das gegenüber ihrem Arzt offen. Das hat Folgen, etwa für die Interpretation von Laborergebnissen. mehr »