Ärzte Zeitung online, 17.09.2009

Versicherungsschutz trotz Schlüssel im Auto

KOBLENZ (dpa). Ein im Fahrzeug zurückgelassener Autoschlüssel kostet bei einem Diebstahl nicht zwangsläufig den Versicherungsschutz. Das geht aus einem in der Fachzeitschrift OLG-Report veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz hervor.

Im verhandelten Fall könne dem Fahrzeughalter keine grobe Fahrlässigkeit vorgehalten werden, da der Schlüssel von außen gar nicht zu sehen gewesen sei. Insbesondere habe er den Entschluss zum Diebstahl bei dem Täter nicht leichtfertig ausgelöst.

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage eines Fahrzeughalters gegen seine Versicherung statt. Der Kläger hatte während einer Urlaubsreise in der Tschechischen Republik seinen Wagen abgestellt. In der zurückgelassenen Jacke befand sich ein Zweitschlüssel des Fahrzeugs. Am anderen Morgen war das Auto verschwunden und wurde auch nicht mehr gefunden. Die Versicherung hielt dem Kläger grobe Fahrlässigkeit vor und weigerte sich daher, die vom Kläger als Wertersatz verlangten 18 000 Euro zu zahlen. Das OLG sah dagegen in dem Verhalten des Klägers keine grob fahrlässige Verursachung oder Förderung des Diebstahls.

Az.: 10 U 1038/08

Topics
Schlagworte
Recht (12604)
Panorama (32510)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »