Ärzte Zeitung online, 19.10.2009

Sexueller Missbrauch - Psychotherapeut darf nicht mehr behandeln

STUTTGART (dpa/eb). Weil er Patientinnen sexuell missbraucht hatte, darf ein Psychotherapeut aus dem baden-württembergischen Hohenlohekreis auch weiterhin seinen Beruf nicht ausüben. Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies in dem am Montag veröffentlichten Urteil die Klage des Mannes gegen den Widerruf seiner Approbation durch das Landesgesundheitsamt zurück.

In der Begründung heißt es, der Kläger sei der Ausübung seines Berufs unwürdig, weil er Patientinnen während Atem- und Entspannungsübungen sowie unter Hypnose unter die Kleidung gefasst und deren Brüste berührt hatte. Das Verhalten des Klägers habe sich über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren hingezogen und auf mehrere Patientinnen bezogen, so die Richter. Außerdem habe es sich gerade im besonders schutzbedürftigen Bereich des direkten Verhältnisses zwischen Therapeut und Patientin manifestiert. Es stelle eine schwer wiegende Verfehlung dar, die eine weitere Berufsausübung untragbar erscheinen lasse.

Der als psychologischer Psychotherapeut praktizierende 62 Jahre alte Kläger war deshalb bereits im Juli 2008 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Gegen das Urteil steht den Beteiligten die Berufung zu.

Verwaltungsgericht Stuttgart

Az.: 4 K 597/09

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Arzt kämpft nach sexuellem Missbrauch um Zulassung

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