Ärzte Zeitung, 03.11.2009

Misshandlungen müssen gerichtsfest dokumentiert werden

FULDA (ine). Wenn Frauen und Kinder von ihren Ehemännern oder Vätern verprügelt werden, reicht es nicht aus, wenn Ärzte die Verletzungen in der Patientenakte dokumentieren. Die Einträge sind vor Gericht in der Regel nicht verwertbar. Doch viele Ärzte wissen das nicht. Das ist das Ergebnis einer Studie der Hochschule Fulda.

Die Professorin Beate Blättner und ihre Mitarbeiter hatten in ihrer Studie zur Ärztlichen Dokumentation der Folgen häuslicher Gewalt die Akzeptanz eines Dokumentationsbogens untersucht. Der Handlungsleitfaden soll es Ärzten erleichtern, präzise und vor Gericht verwertbare Aussagen über den Zustand der Patienten zu machen. Ihr Fazit: Nur wenige Ärzte sind ausreichend sensibilisiert, um bei Gesundheitsstörungen oder Verletzungen einer Patientin auch Folgen häuslicher Gewalt als Ursache anzunehmen.

Die Studie ist in der Reihe Forschungsberichte des gFFZ, des Gender- und Frauenforschungszentrums der hessischen Hochschulen, als Band fünf erschienen und kann für 12,20 Euro per Mail unter info@gffz.de bestellt werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

O-Saft senkt das Gicht-Risiko - und hält schlank

Vom Saulus zum Paulus: Galten Fruchtsäfte einst als gesunde Getränke, verbannen heute sogar manche Schulen die süßen Säfte. Forscher brechen jetzt eine Lanze für Orangensaft. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »

Prä-Op-Leistungen - Und wer zahlt jetzt das Labor?

Wenn eine Leistung in der anderen enthalten ist, kann sie nicht gesondert abgerechnet werden. Diese Regelung greift unter anderem beim präoperativen Labor. Die Laborreform ändert daran nichts. mehr »