Ärzte Zeitung online, 27.10.2009

Schönheitschirurg bestreitet vor Gericht Op-Fehler

WÜRZBURG (dpa/lby). Mit einer Kosmetikerin an der Seite hat ein Schönheitschirurg in Würzburg jahrelang operiert - bis bei einer Bauchstraffung etwas schief ging. Nun muss sich der 76-Jährige vor dem Amtsgericht Würzburg verantworten, weil er bei der Operation eines damals 30-Jährigen absichtlich eine Wundkompresse im Bauch des Mannes gelassen haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Arzt Körperverletzung, Betrug und versuchten Betrug in drei Fällen vor. Zu Prozessbeginn legte der Angeklagte am Montag ein Teilgeständnis ab, am Mittwoch könnte bereits das Urteil fallen.

Laut Anklage soll die Kosmetikerin den Mediziner während der Bauchstraffung im August 2004 darauf hingewiesen haben, dass im Körper des Patienten noch eine Kompresse ist. Der Chirurg aus Düsseldorf habe die Wunde dennoch vernäht - das Opfer musste erneut operiert werden. Der 76-Jährige sagte vor Gericht, bei der Kompresse habe es sich um Gaze gehandelt - ein dünner Stoff, der nach einer Operation im Körper verbleiben könne.

Der Arzt muss sich zudem wegen Betrugs verantworten. Der Vorwurf: Er habe sich im März 2005 in die Intensivstation einweisen lassen, um einer Festnahme zu entgehen. Das Klinikum wartet bis heute darauf, dass der Mann seine Behandlungskosten bezahlt. Im kommenden Februar steht der Angeklagte wegen grober Fehler bei einer Brustvergrößerung erneut vor Gericht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »