Ärzte Zeitung, 24.11.2009

Pfleger körperlich stärker belastet als Mechaniker

DARMSTADT (dpa). Krankenpfleger sind bei der Arbeit stärker belastet als Mechaniker - mit dieser Begründung hat das Landessozialgericht in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil einem Motorradmechaniker die Anerkennung seines Bandscheibenvorfalls als Berufskrankheit verweigert. Für eine Berufskrankheit müsse der Zusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und der Erkrankung nachgewiesen werden.

Geklagt hatte ein 54 Jahre alter Mechaniker aus dem Taunus. Vor elf Jahren hatte er beim Anheben eines Altöleimers akuten Schmerz in der Lendenwirbelsäule. Diagnose: Bandscheibenvorfall. Die Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung als Berufskrankheit ab.

Dem schloss sich das Landessozialgericht an. Anders als medizinisches Pflegepersonal habe der Mann in seinem Beruf keine besondere Gefährdung durch hohe Belastungen. Bei der Versorgung von Patienten, die sich nicht bewegen könnten, komme es zu besonders hohen Belastungen der unteren Wirbelsäule. Damit seien die "Belastungsspitzen" des Zweiradmechanikers aber nicht vergleichbar. Gegen das Urteil ist keine Revision zugelassen.

Az: L 3 U 202/04

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »