Ärzte Zeitung, 02.12.2009

Überstunden ändern nichts an der Regelarbeitszeit

ERFURT (fl). Auch langjährige Überstunden einer in Teilzeit beschäftigten Arzthelferin führen nicht zu einem Gewohnheitsrecht. Sie kann daraus insbesondere keinen Anspruch auf eine längere Regelarbeitszeit ableiten.

Das lässt sich aus einem kürzlich schriftlich veröffentlichten Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt ableiten. Im verhandelten Fall hatte ein Lagerverwalter neben seiner normalen Arbeitszeit 18 Jahre lang zusätzlich Schließdienstaufgaben übernommen. Diese hatte er als Überstunden vergütet bekommen.

Nach einer betrieblichen Neuorganisation sollte er die Zusatzaufgabe nicht mehr wahrnehmen. Der Arbeitnehmer meinte jedoch, dass ein Gewohnheitsrecht entstanden sei. Dem widersprach das BAG: Die Annahme, dass die vertraglich festgelegte Arbeitszeit sich erhöhe, setzte "entsprechender Erklärungen" von Arbeitnehmer und Arbeitgeber voraus.

Az.: 5 AZR 133/08

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »