Ärzte Zeitung online, 02.12.2009

Schulden der Tochter nicht von Steuer absetzbar

NEUSTADT/WEINSTRAßE (dpa). Eltern, die Schulden ihres erwachsenen Kindes begleichen, können die Kosten nicht als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Das hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden und damit die Klage eines Ehepaares abgewiesen.

Das Paar hatte Schulden seiner Tochter in Höhe von fast 23 000 Euro übernommen und dies dann in der Steuererklärung geltend gemacht. Die Kläger hatten auf die schwierige Situation ihrer Tochter verwiesen, wie das Gericht am Mittwoch im pfälzischen Neustadt mitteilte. Als alleinerziehender Mutter von vier Kindern habe ihr die Privatinsolvenz gedroht, sollte sie die Steuerschulden nicht begleichen.

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass für die Eltern weder eine rechtliche noch ein sittliche Verpflichtung bestanden habe, die Schulden zu übernehmen. Deshalb könnten die Ausgaben auch nicht als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Ihre Hilfe sei menschlich verständlich - das reiche aber nicht aus, eine Absetzbarkeit von der Steuer zu rechtfertigen.

Urteil vom 3. November - Az.: 6 K 1358/08

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