Ärzte Zeitung online, 18.12.2009

Renault wegen Selbstmord eines Mitarbeiters verurteilt

PARIS (dpa). Der französische Autokonzern Renault trägt eine Mitverantwortung am Selbstmord eines Beschäftigten. Das hat ein Gericht bei Paris entschieden. Wegen grober Fahrlässigkeit muss Renault eine symbolische Entschädigung in Höhe von einem Euro und eine höhere Rente an die Angehörigen zahlen. Dies sei das erste Mal in der Geschichte des Unternehmens, sagte ein Renault-Sprecher.

Ein 39 Jahre alter Informatiker hatte sich im Oktober 2006 nach einem Gespräch mit einem Vorgesetzten aus der fünften Etage des Bürogebäudes gestürzt. Die Angehörigen werfen Renault vor, nicht rechtzeitig erkannt zu haben, wie gefährdet der Mitarbeiter war. Der Stress am Arbeitsplatz sei einer der Gründe für den Selbstmord gewesen.

Innerhalb von sechs Monaten hatten sich damals noch zwei weitere Angestellte des Forschungszentrums von Renault das Leben genommen. Im Technocentre in Guyancourt im Osten von Paris arbeiten etwa 12 000 Menschen. Auch die France Télécom war kürzlich wegen mehrerer Selbstmorde von Beschäftigten am Arbeitsplatz in die Schlagzeilen geraten.

Lesen Sie dazu auch:
Suizide bei France Télécom: Nummer zwei ausgewechselt

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