Ärzte Zeitung online, 31.12.2009

Bremens Gynäkologen begrüßen geändertes Abtreibungsgesetz

BREMEN (cben). Die KV Bremen und die Gynäkologen der Stadt haben die Änderung beim Schwangerschaftskonfliktgesetz zum 1. Januar 2010 begrüßt. Danach ist neben verstärkter Beratung und Aufklärung eine mindestens dreitägige Bedenkzeit nach der Diagnose vorgesehen.

Laut Gesetzesänderung soll die Feststellung der medizinischen Indikation durch den Arzt, und damit die straffreie Abtreibung nach der zwölften Schwangerschaftswoche, künftig frühestens drei Tage nach der Diagnose möglich sein. In den drei Tagen sollen sich die Eltern klarer über ihre Situation werden können. Der behandelnde Arzt soll die Eltern sowohl aufklären, als auch an spezielle Stellen oder andere Ärzte vermitteln. Die Beratung ist ein Angebot, die Wartezeit ist Pflicht.

"Nach einem solchen Schock sollten die Schwangeren beziehungsweise die Eltern die Zeit für eine umfassende Beratung nutzen, um dann innezuhalten und eine Entscheidung zu fällen, mit der sie später leben können", so Dr. Andreas Umlandt, Obmann der Bremer Gynäkologen. Dr. Till Spiro, Vorsitzender der KVHB ergänzt: "Das Gesetz will noch mehr, als Schwangeren und ihren Partnern Hilfe in einer extremen Lebenssituation zu geben, nämlich behinderten Kindern neue Lebenschancen eröffnen."

Das Bremer Landesamt für Statistik zählte im Jahr 2007 28 medizinisch indizierten Spätabtreibungen.

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