Ärzte Zeitung online, 12.01.2010

Kollegin betäubt: Haft für Krankenschwester

FRANKFURT/MAIN (dpa). Eine Frankfurter Krankenschwester, die einer Kollegin mehrfach heimlich starke Beruhigungsmittel verabreicht hat, ist am Montag zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zusätzlich verhängte das Amtsgericht Frankfurt ein zweijähriges Berufsverbot und verurteilte die 43-Jährige zur Zahlung von 5000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer.

Die Krankenschwester hatte vor Gericht gestanden, ihrer Kollegin mehrmals starke Dosen eines Beruhigungsmittels in ihr Getränk und das Essen geschüttet zu haben. Dem Opfer wurde daraufhin schwindelig. In einem Fall verlor die Frau sogar das Bewusstsein und musste krankgeschrieben werden. Nachdem bei ihr keinerlei Krankheiten festgestellt werden konnten, fiel der Verdacht auf die Angeklagte, die mit einer Videoüberwachung überführt werden konnte.

Die Angeklagte hatte vor Gericht das schlechte Arbeitsklima auf der Station als Tatmotiv angegeben. Mehrere Chefärzte sagten vor Gericht jedoch aus, dass sie niemals "gemobbt" worden sei.

Für das Gericht stand deshalb nach der Beweisaufnahme fest, dass es der sich offenbar überfordert fühlenden Frau darum gegangen sei, dass es der Kollegin genau so schlecht gehe wie ihr. Strafverschärfend wertete das Gericht die unabsehbaren Folgen für die Patienten durch eine zuvor betäubte Pflegekraft.

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