Ärzte Zeitung online, 19.01.2010

Versicherungsbetrug? Ärztin aus Frankfurt steht jetzt unter Anklage

FRANKFURT AM MAIN (pei). Mit gefälschten Rechnungen und Rezepten soll eine Frankfurter Ärztin ihre Krankenversicherung um rund 100 000 Euro betrogen haben.

Die hessische Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen hat jetzt gegen die Ärztin Anklage wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung in 77 Fällen erhoben.

Von November 2002 bis Februar 2006 soll die 54-Jährige Rechnungen und Rezepte gefälscht haben, indem sie Briefbögen und Stempel ihres ins Ausland verzogenen Praxisvorgängers verwendete. Sie rechnete damit angebliche Behandlungen an ihr selbst und an ihrer Familie bei der Krankenversicherung ab.

Zudem soll sie mit zwei Mittätern - einer davon ein bereits verurteilter Augenarzt aus Baden-Württemberg - 2007 und 2008 in fünf Fällen fingierte Rechnungen über Behandlungen an dem Augenarzt und seiner Frau ausgestellt haben, die sich der Augenarzt von seiner Krankenversicherung erstatten ließ.

Die ausgezahlten 8300 Euro sollen sich die drei Täter geteilt haben. Nach Angaben der Zentralstelle wurde dieses Betrugssystem bei der Durchsuchung der Praxisräume der Ärztin entdeckt. Der Augenarzt habe ein umfassendes Geständnis abgelegt und sei zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt worden.

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